Autor: Marina Weisband

Wie der JMStV Kindern schaden wird

Dies ist interessant für Pädagogen und Politiker. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist ein Vertrag zwischen allen Bundesländern und regelt den Jugendschutz im Rundfunk und im Internet. Der soll nun geändert werden. Wer genaue Informationen haben will, was dann anders wird, ist hier knapp und gut beraten. In aller Kürze: Websites müssen ab jetzt gekennzeichnet werden, ab welchem Alter sie geeignet sind. Durch Filterprogramme werden bei aktivierten Filtern alle Websites ausgeblendet, für die das Kind noch nicht alt genug ist. Das zur Theorie. Nicht gekennzeichnete Seiten werden automatisch „ab 18“ gekennzeichnet, ebenso ausländische Seiten. Der Betreiber ist für die Inhalte der Seite verantwortlich und kann abgemahnt werden, wenn seine Inhalte seiner Alterskennzeichnung nicht entsprechen. Das bedeuetet, dass Seiten, auf denen der Autor nicht für die Inhalte verantwortlich ist, generell nur ab 18 freigeschaltet sein können. Dies gilt für Foren, Chats, Blogs mit Kommentarfunktion und alles Interaktive im Internet. (Lustig, nicht?) Die technische Umsetzbarkeit dessen wurde bereits an vielen Stellen kritisiert. (z.B. von den Grünen und der Piratenpartei). Ich will darauf gar nicht mehr eingehen. Mir geht es hier ausschließlich um das Wichtigste aller Argumente, nämlich den Schutz von Kindern. Als Psychologin setze ich mich viel mit der Entwicklung von Kindern und ihren Lernumgebungen auseinander. Heute sind Kinder aus dem Internet nicht wegzudenken. Weil das Phänomen aber so neu ist, stoßen wir natürlich auf eine Reihe von Problemen. Pornographie und Gewalt sind abrufbar,...

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Migranten und das deutsche Schulsystem – Probleme und Perspektiven

Liebe Freunde, am Freitag, den 26.11.2010 leite ich in Wuppertal eine Veranstaltung unter dem Titel „Migranten und das deusche Schulsystem – Probleme und Perspektiven“. Neben einigen Vorträgen wird der Kern der Veranstaltung eine Podiumsdiskussion sein. Eingeladen wurden Vertreter aller Interessensgruppen: Schulämter, Direktoren, Lehrer, Eltern und (Ex-)Schüler. Wir wollen einfach mal herausfinden, worin die Probleme von ausländischen Kindern wirklich begründet sind, und was davon bloß in den Köpfen der einen oder anderen Seite entstanden ist. Kerndaten der Veranstaltung: Veranstalter: Wuppertaler Elternverein 3×3 Zeit: 26.11.2010 16 – 19 Uhr Ort: Internationales Begegnungszentrum des Caritasverbandes Wuppertal / Solingen, Hünefeldstraße 54a, 42285 Wuppertal Alle sind herzlich eingeladen. (Auch und besonders Bildungspiraten) Wir werden versuchen, Antworten auf folgende Fragen zu finden: An welchen entscheidenden Stellen nehmen die Probleme ihren Ursprung? Wie werden diese Probleme wahrgenommen, wie bewertet? Sprechen die Beteiligten überhaupt vom Selben, wenn sie nach Lösungen suchen? Wie vermittelt man Migranten effizient Wissen über das Schulsystem, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten? Kann man Begegnungsstätten und Netzwerke schaffen, in denen deutsche und zugewanderte Eltern mit einander in Dialog stehen und arbeiten können? Was mir noch fehlt, sind viele, viele weitere Fragen, die ich den anwesenden Experten in der Diskussion stellen kann.  Es wäre nett, wenn meine Leser die Kommentarfunktion benutzen könnten und Fragen vorschlagen können.   Über den Ausgang werde ich...

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Israel in meinem Wohnzimmer

???Es ist sehr schwierig für mich, etwas zur Situation in Israel zu sagen. Was soll man da sagen? Da kann man nichts sagen, da kann man sich nur hinsetzen und weinen. Irgendwie haben beide Seiten recht, irgendwie haben beide Seiten unrecht, die Situation ist auswegslos. Es herrscht kein Frieden und die anderen sind daran schuld.  Welche Meinung ich nicht auch veräußere, ich bekomme immer eins aufs Dach dafür. Von meinen deutschen, linken Freunden bekomme ich Kritik dafür, dass ich Israel verteidige, meine Familie ist beleidigt über meine proarabischen Ansichten. In anderen Neuigkeiten ziehen die Kinder des Freundes meiner Mutter bei uns ein. Zur Situation bisher: In der 3-Zimmer-Wohnung in Wuppertal wohnten bislang meine Mutter, ihr Freund (seit 10 Jahren) und ihr autistischer, 18-jähriger Sohn. Ihr Freund, mein Ziehvater also, hat selbst fünf Kinder, drei davon leben noch bei seiner zweiten Ehefrau. Die ziehen nun um, von Wuppertal nach München. Jetzt ist seinem zweitältesten Sohn eingefallen, dass er ja noch Prüfungen in Wuppertal ablegen und darum irgendwo wohnen muss. Kurzerhand hat mein Ziehvater ihn also in seine Wohnung eingeladen. Und der Familienhund, ein ausgewachsener Golden Retriever mit einem Talent, genau da zu liegen, wo man gerade hintreten will, ist gleich mit gekommen. Als Willkommensgeschenk hat unsere zickige Katze Tia ihm auf die Hundedecke gepinkelt. Da schläft er immer noch. Dann hat die Widwe des besten Freundes meines Zievaters angerufen und...

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Eine Partei des gesunden Menschenverstandes

Edit: Dieser Blogpost ist, wie alle um ihn herum, entstanden, als ich jung und dümmer war. Ich kann das Wort „gesunder Menschenverstand“, das arme geschundene, nicht mehr verwenden, ohne dass mir ein kalter Schauder den Rücken herunter läuft.   Liebe Piratenpartei, du hast einen Klienten. Einen schwierigen Klienten, wenn ich das hinzufügen darf. Die Zukunft. Und zwar natürlich eine ganz bestimmte Zukunft. Dein Klient ist eine Zukunft, die du dir wage vorstellen kannst. Sie basiert auf der Gesellschaft, die heute im Internet ihre Geburt erlebt und qualitativ anders sein wird, als die Gesellschaft des vergangenen Jahrhunderts. Sie wird die Revolutionen, Verwirrungen, den Befürchteten Verlust der Moral, die Veränderungen und Missverständnisse verarbeiten und ein neues, stichhaltiges Konzept daraus schaffen, wie der Mensch funktioniert. Sie wird vermutlich jedem eine Stimme verleihen und die Lautstärke dieser Stimmen einer Selbstregulation überlassen, wie es heute in Netzwerken wie Twitter modellarisch passiert. Sie wird eine Art Evolution der Meinungen etablieren. Sie wird neue Massenmechanismen besitzen, die Dinge wie Politik und Gesellschaft verändern wollen. Du bist der Anwalt dieser Zukunft und das ist gar nicht so leicht. Wenn wir von Visionen sprechen, sprechen wir oft von unterschiedlichen Visionen. Die einen wollen den Überwachungsstaat verhindern, sie wollen, dass alle anonym und dadurch frei sind. Die anderen wollen, dass die Politik und die Wirtschaft besser überwacht werden. Die meisten wollen beides zugleich, weil es kein Widerspruch ist. Die...

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