Autor: Marina Weisband

Die Taube

Ich habe gerade mit letzter Kraft zwei schwere Taschen auf den Bahnsteig geschleppt, gefährlich wankend auf den dünnen Stelzen meiner Stöckelschuhe. Ich setze mich erschöpft auf die Bank und beobachtete voller Neid, wie eine kleine, dünne Taube mit dem Kopf wiegend den Bahnsteig entlangspazierte, dann unvermittelt aufhüpfte und losflog. Erst auf den nächsten, dann auf den übernächsten Bahnsteig. Über acht Gleise hinweg, in wenigen Sekunden. Ich dachte, dass ich auch gerne einfach so aufhüpfen und losfliegen würde. Ganz spontan, unbeschwert und ohne, dass mir danach die Arme schmerzen. Und dann fiel mir ein… achja. Die Taube hat ja keine...

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Einladung an alle: „unter gottes fittiche“

Man muss nicht an Gott glauben, um sich mit 7 völlig wildfremden Menschen über Nacht in einer Kirche einschließen zu lassen, um dort zu übernachten. Man muss auch nicht an Gott glauben, damit einem bei dieser Erfahrung etwas offenbar wird. Andererseits heißt es auch, dass Gott auch jenen hilft, die nicht an ihn glauben. Unter der Leitung von Stefanie Bockermann führen wir mitten in der Münsteraner Petrikirche ein besonderes Theaterstück auf. Wir spielen im Raum mit dem Raum, wir brechen Tabus und kehren zurück zu ganz ursprünglichen Gedanken. Dabei ist das Stück nicht „fromm“ im eigentlichen Sinne. Es ist keine Kirchenpropaganda, es ist eher ein psychologischer Einblick in die menschliche Seele. Bitte kommt doch vorbei, bestellt einfach Karten bei mir vor. Dann seht ihr mich auch mal in Rolle. Die Termine sind: 18.06.2010 – 21:00 (Premiere) (Keine Angst, lange nach dem Fußballspiel) 25.06.2010 – 21:00 Mehr Infos gibtes hier: http://www.theaterblut-muenster.de/produktion.html Ich freue mich auf euch! P.S. an meine jüdischen Leser: Wenn einer von euch meint, nicht vorbei kommen zu wollen, weil er dazu eine Kirche betreten müsste… er möge sich gehauen...

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Ein Tag aus Gottes Leben

Niemals unterschätzt werden darf die Bedeutung von Begegnungen mit Fremden. Gerade Vertrauen trägt einen weiter, als man denkt. Es begann heute um 15:00. Ich surfte gelangweilt auf Facebook, als ein Bekannter mir einen Freundschaftsvorschlag schickte zu einem David […], der mir völlig unbekannt war. Ich erinnerte mich, dass ich diesen Bekannten mal gefragt hatte, ob der Juden aus Münster kennt, und verstand diese Empfehlung als Antwort. Ich bot besagtem David eine Facebook-Freundschaft an. „Vielen Dank für die Freundschaftseinladung, aber wie kommst du auf mich?“, schrieb er wenige Minuten später im Chat. Ich erklärte ihm die Situation. Ja, sagte er, er sei tatsächlich in der Münsteraner Gemeinde. Für mich war das gefundenes Fressen, suche ich doch schon ewig nach jemandem, der mich dort einführt. „Kann ich zum nächsten Shabbat-Gottesdienst kommen?“, fragte ich. Er sagte, er wolle heute eh spätenstens um halb 6 zur Synagoge, da könne ich ihn ja auch schon treffen. Ich lag zu diesem Zeitpunkt noch im Nachthemd auf dem Bett, aber warum nicht, dachte ich mir. Mein Freund reagierte auf diese Neuigkeit etwas ungehalten. So: „Du willst WAS? Du kennst ihn doch gar nicht! Du kennst ja nichtmal euren gemeinsamen Bekannten persönlich! Was sind das für ominöse Typen!? Du kannst doch nicht alleine da hin gehen?“ Ich bin doch gegangen. Wie froh ich bin. 17:00 traf ich ihn vor der Synagoge. David stellte sich als außergewöhnlich freundlicher...

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Ein unqualifizierter Kommentar zum Sparpaket

Sehen wir das Ganze doch mit den Augen eines einfachen Menschen, denn aus der Distanz zeigen die Dinge ihre eigentliche Wahrheit. Jetzt will die Regierung(TM) also bei den Armen und Arbeitslosen kürzen. Und bei deren Familien (Sehr gut, ich glaube, das war die letzte Schicht, die bisher noch Kinder bekam. Damit dürfte die Ausrottung systematisch sein.) Die Strategie, die ich dahinter sehe, ist folgende: Den Arbeitslosen geht es zu gut, Arbeiten muss sich wieder lohnen (andersrum) und darum machen wir ihnen das Leben jetzt schwer, damit sie sich einen Job suchen und den Markt ankurbeln. Da steht dann die Gegenpartei und ruft: Nein! Das ist sozial ungerecht! Die armen Arbeitslosen können nicht anders, die brauchen das Geld dringend! Als ökonomisch zugegeben ungebildete Person verstehe ich bei dieser Debatte Folgendes nicht: Warum zieht keine der Seiten in ihre Überlegungen mit ein, dass es beide Arten von Arbeitslosen gibt? Die, die nicht arbeiten wollen und die, die nicht arbeiten können? Warum entwirft keine Seite dieser Debatte einen Mechanismus, um sie mal zu unterscheiden? Es muss ja nicht Gott weiß wie elaboriert sein. Im Moment bekommt einfach jeder Arbeitslosengeld, völlig automatisch. Und dann versucht man gewaltsam, alle über einen Kamm zu scheren und findet (natürlich) keine vernünftige Lösung. Dabei sollten an dieser Lösung doch alle interessiert sein! Spätrömische Dekadenz gibt es nicht mehr, es wird Geld eingespart und gleichzeitig können die Bedürfnisse...

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Vor- und Nachteile von Netbooks

Wir schreiben das Jahr 2010, etwa drei Wochen, nachdem ich die Kunst des mobilen Internets für mich entdeckt habe. Freilich hat so ein kleines Notebook, wie alles im Leben, Vor- und Nachteile. Vorteile: Internet surfen im Bus Internet surfen am Bahnhof Internet surfen in der Vorlesung Der heimische 19″ erscheint einem GIGANTISCH! Cybersex in der Vorlesung Nie die Orientierung verlieren Wikipedia, immer und überall Nachteile: Abends, schon im Halbschlaf, im Bett noch eine Handtasche kaufen Vergessen, mit wem man gerade ausgeht Wikipedia, immer und überall Vergessen, wie man einen Kugelschreiber benutzt Das Picknick nicht so richtig genießen können, weil man die xorg.conf par tout nicht...

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